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Pünktlich zum Sommer: Terrasse

Planung

Nachdem die Tage endlich wieder länger werden und auch die Temperaturen nach draußen locken, haben wir uns, nicht zuletzt aufgrund der COVID-19-Situation mit Homeoffice und allem, was dazugehört, dazu entschieden eine WPC-Terrasse im Garten zu bauen.

Schon länger war für meinen Bruder und mich klar: Das wollen wir selber machen.

Nach einiger Recherche  fiel die Wahl auf das TitanWood in Holzoptik/Grau von Planeo.

Wir haben uns entschieden die Terrasse über die komplette Breite der hinteren Hausfassade zu ziehen und wollten eine grosszügige Tiefe, so dass man auch mal mit ein paar Leuten gemütlich beim Grillen sitzen kann. Dementsprechend sollte das Deck 10,90m x 4,00m groß werden und ohne Stufe über die Türen im Wohn- und Essbereich erreichbar sein. Da wir 4m Tiefe haben wollten, können wir hier direkt die 4m Dielen nehmen und müssen so nicht grossartig im Verbund legen, sondern können die Dielen einfach durchlegen.

Kern-Haus hatte beim vorbereiten des Untergrundes für die Bodenplatte dankenswerterweise den Tip gegeben den Tiefbauer direkt zu beauftragen die Fläche der späteren Terrasse mit abzuschieben und mit RCL aufzufülllen und zu verdichten. Das haben wir damals so machen lassen und nun das „Problem“, dass wir ca. 30cm (diese Zahl verfolgt uns) von der Oberkante der Türaustritte bis zum Untergrund überwinden müssen.

Untergrund vorbereiten

Bei dem System von Planeo können die Terrassendielen  mit Hilfe von Clips auf Alu-Profile verschraubt werden, welche selber auf höhenverstellbaren Stelzlagern befestigt sind. Bei Youtube findet man dazu einige sehr detaillierte Videos von Planeo.
Nach kurzem Austausch mit Planeo stand fest, dass wir die letzten 15-20cm über die Stelzlager überwinden, so dass wir eine gute Unterlüftung der Terasse und auf keine Fall Probleme mit Wasser bei extremen Starkregen bekommen.

Im Gegenzug müssen wir aber noch ca. 10-15cm mit dem Untergrund hoch. Das haben wir erreicht, indem wir die spätere Terrassenfläche mit Randsteinen eingefasst haben und dort dann groben Kies eingefüllt und mit einer Rüttelplatte verdichtet haben.

15cm Kies für ca. 40m² sind 9 Big-Bags und in Summe ca. 15t Material. Glücklicherweise hatte unser Nachbar für seinen Rohbau noch einen Turmkran stehen. Die netten Rohbauer von Nebenan haben uns kurz vor Feierabend ein Big-Bag nach dem nächsten mit dem Kran direkt über die Randsteineinfassung gehoben und wir haben die Säcke unten einfach aufschneiden können. Danach musste der Kies „nur noch“ verteilt werden. Das war glücklicherweise an einem Abend geschafft.

Aufbau der Terrasse

Die Terasse wurde 3 Wochen nach Bestellung via Spedition im 40-Tonner und Mitnahmestapler geliefert. Der Fahrer war total nett und hat die 4m x 1x große Palette direkt auf die Auffahrt bis ganz hinten durch gestellt. Das hat uns viel Schlepperei gespart.

Nach Kontrolle des Lieferscheins stellte sich raus, dass 4 Stelzlager zu klein geliefert wurden. Ich habe am Nachmittag noch eine Mail an Planeo geschrieben und am nächsten Vormittag die Versandbestätigung für die Ersatzlieferung via DHL erhalten. Top Service!

Der Aufbau der Terrasse zog sich dann über mehrere Wochen. Nicht, weil das alles so kompliziert war, sondern weil der Bauherr sich eine Infektion im Bein zugezogen hatte und seinen Speiseplan auf Antibiotika umstellen und das Bett hüten musste. Nach der Genesung ging’s dann zügig voran.

Wir waren größtenteils so im Fluss, dass ich leider vergessen habe zwischendurch Fotos zu machen.

Prinzipiell lief der Aufbau folgendermaßen und ist mit normalem Heimwerker-Werkzeug auch von Laien gut machbar:

Orientierung geben die oben bereits erwähnten Videos.

Werkzeug

  • Akku-Schrauber (2 sind von Vorteil. Einer zum Vorbohren, einer zum Schrauben)
  • Metallsäge
  • Wasserwaage
  • Erdnägel & Maurerschnur
  • Stichsäge
  • Oberfräse (optional)

Vorbereiten der Unterkonstruktion

Zunächst haben wir ausgerechnet wieviele Reihen Alu-Unterkontstruktion benötigen und haben die passende Anzahl „Endstücke“ gesägt. Um auf 10,90m Gesamtlänge zu kommen benötigten wir 3 ungekürzte Profile mit 2,90m Länge und ein „Endstück“ mit 2,20m Länge.

Die Profile werden mit Verbinderstücken, die einfach eingeschoben werden, aneinandergeschraubt.

Danach haben wir die Abstände für die Stelzlager ausgerechnet, so dass die Stelzen gleichmäßig über die gesamte Fläche verteilt sind.

Die Stelzlager werden dann einfach mit einer selbstschneidenden Schraube seitlich an die Profile geschraubt. Hier ist dann auch die erste Stelle, wo der zweite Akkuschrauber hilfreich ist. Die selbstschneidenen Schrauben sind meiner Meinung nach nur auf dem Papier eine tolle Erfindung. Man schraubt sich tot, bis die Schraube sich entsprechend in’s Material gefressen hat und packt. Wir haben mit einem zweiten Akkuschrauber ein 3mm Lock vorgebohrt, so dass die Edelstahlschrauben nach 2-3 Umdrehungen das Loch entsprechend aufgeweitet und sich im Material festziehen konnten. Wir haben beim Bau der gesamten Terrasse zwar 3 Bohrer abgebrochen und einen Stumpf bekommen, aber der Geschwindigkeitsgewinn war enorm. Bei knapp 4EUR für einen Bohrer sollte man hier nicht lange nachdenken.

Zeitlich haben wir einen Nachmittag gebraucht um alles zusammen zu schrauben.

Ausrichten der Unterkonstruktion

Nachdem die Lager alle verschraubt sind, werden die Profile auf dem vorbereiteten Untergrund aufgestellt und ausgerichtet. Um hier die Abstände der Profilreihen untereinander einfach auszurichten, hatte mein Bruder eine tolle Idee: Wir haben 2 2m Dachlatten aneinander geschraubt und Kerben im passenden Abstand und der Breite eines Unterkonstruktionsprofils gesägt. Das Ganze haben wir 3 mal gebaut, so dass wir die Unterkonstruktionen einfach mit Hilfe der Kerben über die komplette Tiefe der Terrasse ausrichten konnten:

Längs haben wir die Profilreihen mit Hilfe einer aufgelegten Diele ausgerichtet, indem wir diese im rechten Winkel zur Hauswand ausgerichtet und die Unterkonstruktionen dann bündig an der Diele orientiert haben.

Um kleine Unebenheiten im Untergrund auszugleichen wird ein Gummipad unter jedes Stelzlager gelegt. Danach werden die Lager auf die entsprechende Höhe geschraubt.

Als Orientierung haben wir eine Schnur entlang der Hauswand gespannt, welche wir auf die errechnete Höhe der Unterkonstruktion (gewünschte Endhöhe – 2,2cm Dielendicke – 0,3cm EPDM-Band) ausgerichtet haben. Die erste Reihe Unterkonstruktion wurde an dieser Schnur ausgerichtet und die weiteren Reihen dann mit der Wasserwaage und einem Gefälle von 1,5% zum Garten hin, so dass wir am Schluss zur geplanten Höhe des Rasens noch den Höhenunterschied einer normalen Treppenstufe haben.

Dies ist auch der aufwändigste Teil der Arbeiten. Sowohl Zeitaufwand von knapp 4 Stunden, als auch das ständige Vornüberbeugen, Herausschrauben der Stelzlager mit den teilweise doch scharfkantigen Spritzgussteilen und das Herumklettern zwischen den Profilreihen haben viel Kraft gekostet und dafür gesorgt, dass die beiden fleissigen Terrassenbauer am nächste Tag sowohl Rücken, als auch Oberschenkel deutlich gespürt haben.

Verlegen der Dielen

Nachdem die Unterkonstruktion ausgerichtet war, ging es zügig voran. Die erste Diele haben wir mit den speziellen Startclips am Ende der Profile befestigt (Vorbohren hilft hier auch extrem!) und dann mit den normalen Clips den Anschluss für die nächste Diele vorbereitet. Eine Gummimatte haben wir als Abstand zur Fassade eingeklemmt. Auch hier kann ich die Videos zur Orientierung empfehlen. So haben wir uns dann Diele für Diele vorgearbeitet und die Abstands-Gummimatte immer mit voran genommen.

An den Austritten haben wir tatsächlich nur einmal Sägen müssen. Die anderen 3 Ecken passten per Zufall haargenau.

So haben wir uns an 3 Nachmittagen über die 72 Dielen hergemacht. Im Schnitt haben wir ca. 8 Dielen pro Stunde geschafft. Manche waren etwas krumm und wir mussten erst eine Seite mit 3 Clips festschrauben und dann die andere Seite mit etwas Liebe in Position bringen und befestigen.

Ich weiß allerdings nicht, ob dies bei den WPC-Dielen generell ab und an vorkommt, oder ob es dem Umstand geschuldet ist, dass unsere Dielen krankheitsbedingt 3 Wochen auf der Palette bei Wind und Wetter draußen in der Sonne lagen.

Eine Größere Herausforderung war das Regenfallrohr. Dieses wird von 2 Dielen eingeschlossen. Wir haben es vermessen und mit einem Stift auf die Dielen übertragen. Anfangs lieber etwas kleiner angezeichnet und dann ausgesägt. 2 Nachsägerunden später passte der Ausschnitt perfekt. Um die scharfe Sägekante los zu werden haben wir noch mit der Oberfräse und einem Rundfräser eine Rundung an den Ausschnitt gefräst.

Was ist noch zu tun?

Die letzte Dielenreihe haben wir noch nicht befestigt. Hier will ich zuerst noch den Carport bauen (lassen) und dann die letzte Diele passgenau einlegen, so dass hier ein sauberer Abschluss entsteht.

An diesem Punkt auch noch ein zweites mal eine Erwähung des tollen Support von Planeo: Uns sind die Schrauben 4 Dielen vor Schluss ausgegangen. Ein kurzer Anruf bei Planeo und ein weiteres Paket mit 200 Schrauben war Versandkostenfrei nach Paypal-Zahlung auf dem Weg zu uns und schon am übernächsten Tag da.

Da unsere Terrasse ca. 15cm über der späteren Grasnarbe  liegt, soll die Konstruktion an den Stirnseiten noch mit je einer Dielenreihe verblendet werden. Hier muss ich mir noch Überlegen, wie ich das am geschicktesten befestigen kann. Passieren soll das aber erst, wenn der Rasen gesät ist und die Höhen hier final sind.

Ausserdem habe ich LED Bodenstrahler bestellt, welche noch am Aussenrand der Terrasse im Abstand von ca. 60cm eingelassen werden sollen. Hier muss ich noch mit dem Forstnerbohrer die 30mm Löcher bohren. Auch die Verblendung soll im selben Abstand Strahler bekommen, so dass wir die Rasenfläche abends auch stimmungsvoll (oder auch nicht so stimmungsvoll; Es sind RGB-LEDs 😉 ) beleuchten können.

Wenn es soweit ist, gibt’s hier dann nochmal ein Update.

Fazit

Alles in Allem war der Aufbau ziemlich anstrengend, hat aber auch viel Spaß gemacht und ich hab mal mit einer Oberfräse spielen können 😉 .

Handwerklich war der Aufbau gut zu bewerkstelligen und an der Qualität ist nichts auszusetzen.

Optisch und haptisch gefällt uns das TitanWood in Grau sehr. Wir haben schon die ersten entspannten Stunden am Wochenende bei Kaffee und Kuchen oder auch Abends nach der Arbeit mit einem Buch auf unserer neuen Terrasse verbracht.

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